ÖFB LadiesCup - Die neuen Alten Sieger

Freigegeben in ÖFB LadiesCup Sonntag, 21 Mai 2017 07:15
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Die SKN-Girls holen sich zum 5. Mal den Cup-Pokal Die SKN-Girls holen sich zum 5. Mal den Cup-Pokal

Die SKN St. Pölten Damen holten sich nach einem 5:0 Final-Sieg gegen NÖSV Neulengbach, zum 5. Mal in Serie, den ÖFB LadiesCup Portal.

In der ersten Halbzeit waren beide Teams auf Augenhöhe.
Neulengbach-Torfrau, Katharina Lichtenberger, parierte in der Anfangsphase sogar einen Elfmeter von Fanny Vago.
Nach einer knappen halben Stunde brachte Mateja Zver die St. Pöltnerinnen mit 1:0 in Führung.

Nach Seitenwechsel erhöhte Fanny Vago auf 2:0 für den SKN.
In der 80. Minute machte Viktoria Pinther mit dem 3:0 vor etwas mehr als 500 Zuschauer in Melk alles klar.
Die ÖFB-Teamspielerin legte noch einen Treffer zum 4:0 nach, ehe Mateja Zver in der 89. Minute mit dem 5:0 den Schlusspunkt setzte.

"Das Spiel war großteils sehr ausgeglichen, wir haben von Beginn an  Akzente setzen können.
Uns hat geholfen, dass wir einige routinierte Spielerinnen in unseren Reihen haben und in den entscheidenden Momenten da waren. Titel zu gewinnen wird nie langweilig und wir freuen uns sehr.", so die erste Reaktion von St. Pölten Kapitänin Jasmin Eder.

Enttäuschung hingegen bei Neulengbach Kapitänin Sarah Wronski: "Wir sind extrem enttäuscht, haben in den ersten 50 Minuten gut dagegen gehalten. Nach dem 2:0 sind wir vor allem mental weggebrochen. Das Ergebnis ist zu hoch, wir haben aber viele individuelle Fehler gemacht. Wir können aber mit der gesamten Saison sehr zufrieden und stolz sein."


Unser Fazit:
Auch wenn der Sieg von SKN St. Pölten recht hoch ausgefallen ist, muss man dem Team von Neulengbach zur Leistung der gesamten vergangenen Saison gratulieren.
Phasenweise konnten sie die St. Pöltnerinnen ordentlich ärgern.
Besonders hervorzuheben Besijana Pireci und Laura Wienroither, die mit ein paar guten Aktionen für Nervenkitzel sorgten.
Auch der Rest der Spielerinnen machten ihre Aufgabe recht gut und mit Torfrau Lichtenberger hat man einen guten Rückhalt.
Klar waren auch ein paar Fehler enthalten, die nicht hätten sein müssen.
Z.B. ein Rückpass auf die Torfrau, der ein Tor für die Gegner brachte, oder zu spätes Abspiel im Konter. Aber aus diesen Fehlern lernt man.
Wir freuen uns jedenfalls auf die weitere Entwicklung im Herbst und hoffen doch, dass dieses Team nicht zerrissen wird.

Die Spielklasse von SKN St. Pölten lässt sich durch die routinierten Spielerinnen nicht verleugnen.
Das Zuspiel passt, und mit Mateja Zver hat man eine extrem schnelle Spielerin am Feld.
Dennoch wird man sich bald nach einem würdigen Ersatz kümmern müssen, denn mit 29 Jahren ist Zver nicht mehr die Jüngste am Platz.
Hier steht also noch ebensoviel Arbeit bevor, um diese Klasse zu halten, bzw. auch international aufzuzeigen.
Durch die Ausbildung im Nationalen Zentrum für Frauenfußball hat man zwar die Mittel für den Nachwuchs, aber trotzdem zeigen immer mehr andere Vereine, dass es auch ohne so ein Zentrum geht.

Das hochkarätig besetzte Schiedsrichter-Trio leistete eine gute Arbeit.
Ein kleiner Foul-Fehler war das einzige was uns aufgefallen ist, aber im Vergleich zu anderen Spielen absolut Top.


Eindrücke:
Da wir uns schon lange mit dem Thema Frauenfußball beschäftigen war es für uns nichts Neues, aber für Außenstehende vielleicht etwas befremdlich, gerade im Vergleich zum Männerfußball - die Medaillen-Übergabe.
Nicht gerade herzlich, nein sogar lieblos wurden die Medaillen ohne Blickkontakt an die Spielerinnen übergeben. Und das im Akkord. Gerade so, als dürfte man das Hauptabendprogramm nicht verpassen.
Das Pflichtfoto mit dem Pokal war für die Verantwortlichen ebenfalls schnell erledigt.

Die angepeilte Zuschauerzahl von 500 im Stadion wurde leider gerade mal mit Müh und Not geschafft.
Auch hier hat man gesehen, das Seitens des Veranstalters wenig gemacht wurde, um das Stadion gut zu füllen.
Gerade bei solchen Events könnte man auch mit wenig Geld das Maximum herausholen.
Ein paar gute Ideen mehr und die Zuschauerzahl wäre mindestens verdoppelt worden.
Das dass Finale SKN gegen NÖSV hieß, ist eine andere Geschichte.


Foto: SKN St. Pölten

 Debra Austria