Dienstag, 15 September 2015 18:34

Anstieg der Zuschauerzahlen ist Vereinsarbeit

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Ergänzend zu unserem Artikel vom 4. August 2015, "Positive Entwicklung im Frauenfußball" möchten wir nun auch die Promotion-Arbeit der Vereine ansprechen.
In Österreich herrscht im Bereich Zuschauer und Informationsgeschehen ein Ost/West Gefälle.
Wir haben eine Statistik der letzten drei Saisonen durchgeführt und festgestellt, dass Voarlberg das meiste Besucheraufkommen hat, gefolgt von Tirol.
Je weiter man in den Osten kommt, desto geringer wird es.

 

Warum ist das so?
Wir haben im Raum Voralberg und Tirol die Medienpräsenz ein wenig genauer unter die Lupe genommen.
Die Berichterstattung in den Onlinemagazinen, Zeitungen und auch in diversen Lokalsendern ist wesentlich umfangreicher, obwohl es keine eigenen Journalisten oder Portale für Frauenfußball gibt.
Ansässige Frauenfußball-Vereine bemühen sich weitaus mehr, diesen Sport der Öffentlichkeit näher zu bringen.
Zuschauerzahlen belegen diese Arbeit. So kommt es schon mal vor das sich z.B. die Rankweil Damen (2. Liga) bei diversen Heimspielen (je nach Gegner) über fast 400(!) Besucher freuen dürfen.
Zahlen die bei keinem einzigen Bundesliga-Spiel erreicht werden. Lediglich das ÖFB LadiesCup Finale kann mit etwa 500 Zuschauern ein etwas höheres Aufkommen verbuchen.

 

Gerade die Bundesliga hätte eine Vorbildfunktion
Bis auf wenige Top-Clubs verlassen sich die verantwortlichen Sektionsleiter scheinbar auf den ÖFB, der eigentlich für die höchste Spielklasse verantwortlich wäre.
Wahrscheinlich sind die Frauenbeauftragten dort jedoch so beschäftigt, dass es leider nur sehr spärliche Informationen gibt.
Und die Vereine selbst scheinen wenig Interesse zu haben, ihre eigene Mannschaft medial zu bewerben.

 

Bestes Beispiel, die Carinthians
Bis vor zwei Jahren war die Promotion-Arbeit von den Carinthians Soccer Women einer der Besten in ganz Österreich.
Obwohl man auf einige peinliche Dinge verzichten hätte können, waren sie in vielen Medien zu finden.
Nach dem Abstieg in die 2. Liga versiegte allerdings auch die Werbung und nun "kräht kein Hahn" mehr nach ihnen.
Zwischenzeitlich sieht es sogar so aus, das der Verein in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Schade eigentlich...

 

Wir werden oft von Spielerinnen, verschiedenster Ligen, gefragt wieso wir von ihren Vereinen so wenig oder gar nicht berichten.
Erklärung: Mangelnde Informationen und ehrlich gesagt, unserem kleinen Mitarbeiter-Stab fehlt aufgrund unserer hauptberuflichen FullTime-Jobs die Zeit, um jeden Verein zu kontaktieren und uns diese zu holen.
Noch dazu bei einem Budget von € 0,- und mehr als 250 Frauenfußball-Teams in Österreich, ein unmögliches unterfangen.
Es freut uns natürlich sehr, dass wenigstens einige Spielerinnen die Initiative ergriffen haben, um uns Neuigkeiten und Fotos zukommen zu lassen.

 

Informationsvielfalt wäre gefragt
Egal ob vom ÖFB oder von den Vereinen, mehr Informationen und News sind das Um und Auf.
Fast jeder Verein hat heutzutage eine Homepage oder eine Seite in einem sozialen Netzwerk. Da genügt es nicht nur einen Beitrag in der Woche zu schreiben. Hier muss mehr kommen. Noch dazu, wenn Eigen-Werbung in diversen Netzwerken kostenlos ist.
Kein Sponsor interessiert sich auch nur annähernd für eine Mannschaft, die nur am Wochenende von sich berichtet.

 

Vorschläge zur Verbesserung
Wir haben mit einigen Firmen darüber gesprochen was für sie ein Anreiz wäre, um in ein Team zu investieren.
Auf diese Grundfrage kam immer wieder dieselbe Antwort. "Ein größeres Publikum um die Ausgaben der Werbung mit Gewinn wieder zurückzubekommen."
Dies wird wiederum nur durch mehr Zuschauer und Medienpräsenz erreicht.
Ein wahrer Teufelskreis.

 

Wir als Berichterstatter über den österreichischen Frauenfußball würden uns schon über folgende Verbesserung freuen:
- wöchentliche Presseaussendungen der Vereine (Newsletter, Aktionen, Spielberichte usw.)
- mehr Unterstützung, Feedback und Zusammenarbeit

 

Um den Frauenfußball die richtige Aufmerksamkeit zu geben, liegt es schlussendlich an den Vereinen selbst, sich richtig zu vermarkten.
Hier muss der eigentliche Ansatz erfolgen! Wenn sich daran nichts ändert, wird der Frauenfußball auch in den nächsten Jahren immer an hintester Stelle stehen.

 

Wir werden die Entwicklung im österreichischen Frauenfußball jedenfalls in der laufenden Saison weiterverfolgen, um in unserem nächsten Bericht vielleicht erfreulichere Nachrichten liefern zu können.
Vorschläge und Ideen nehmen wir natürlich gerne unter office(at)mexxoo.at entgegen und werden diese auch, zusammengefasst, den Vereinen weitergeben.

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